Allgemeines - Chronik

Chronik TSV Alling

1929 - 2010

Im Frühjahr 1929 hatten neun Allinger Burschen die Idee, einen Sportverein zu gründen. Schon im Juli 1929 hatten sie weitere 16 interessierte Allinger dazu gewonnen und gründeten beim Müller Wirt den Turn- und Sportverein Alling. Unter der Abkürzung TSV Alling besteht der Verein nun schon seit 75 Jahren. Turnvater Jahn hatte das Motto Frisch - Fromm - Fröhlich - Frei verbreitet. Die vier großen F haben die Gründer in das Vereinswappen des TSV Alling aufgenommen, wo sie auch heute noch unverändert ihren Platz haben.

In den Anfangsjahren stand vor allem das Turnen im Vordergrund. Die technischen Voraussetzungen ließen zwar sehr zu wünschen übrig. Geturnt wurde auf dem Speicher der alten Schule an Reck, Barren und Pferd. Die Sportgeräte waren gegen ein Pfand vom Oberbayrischen Turnerkreis ausgeliehen. Jede Woche entsandte ein Turnverein der Umgebung einen Trainer, der den Allingern das Turnen lehrte. Die sportlichen Leistungen der Riege des TSV Alling waren aber bald im ganzen Umkreis anerkannt. Bis nach Garmisch radelten die Turner zu ihren Wettkämpfen!

Mit wachsender Begeisterung wurde dann auch Handball gespielt, Leichtathletik betrieben und manches Theaterstück aufgeführt, bis der 2. Weltkrieg den gesamten Sportbetrieb des aufblühenden Vereins praktisch zum Erliegen brachte.

Der Neubeginn nach dem Ende des Krieges war äußerst schwierig. Nur dem unermüdlichen und zähen Bemühen einiger Mitglieder, allen voran Hans Schröder, Otto Brunner und Rupert Wörle war es zu verdanken, dass die amerikanische Militärverwaltung am 15. Januar 1946 den Sportbetrieb für den TSV Alling mit der Lizenz Nr. 1 wieder frei gab.

Die 20-Jahrfeier des TSV Alling im Jahr 1949 wurde festlich begangen. Im Vereinslokal Finkl spielte die durch den Rundfunk bekannte Blaskapelle Otto Ebner zum Festabend auf. Sportliche Höhepunkte waren das Auftreten der Bayernriege im Turnen mit Inno Stangl aus Jesenwang (Olympiateilnehmer 1936) an der Spitze, ein Staffellauf "Rund um Alling", die Bezirksmeisterschaften der Leichtathletik und zwei Handballspiele auf dem Großfeld.

Leider waren die Reihen der Turner und Leichtathleten - nicht nur beim TSV Alling - durch den Krieg stark gelichtet. Die Jugend entdeckte nach dem Krieg ihr Herz für den Handballsport, der in Alling einen großen Aufschwung erlebte. Die 1. Mannschaft begann nach dem Krieg in der Kreisklasse. Mit Max Altmann als Trainer gelang der Aufstieg in die Kreisliga und auch noch in die Bezirksliga. Unbeschreiblich war der Jubel in Alling, als man im letzten Spiel der Saison den Lokalrivalen TUS Fürstenfeldbruck bezwang und als Meister der Bezirksliga in Schleißheim den Aufstieg in die Landesliga errang. Die Allinger spielten gegen Landshut, Ingolstadt, Dachau, Landsberg, Schwandorf, Regensburg und Münchner Vereine und waren mehrere Jahre eine starke Mannschaft im Konzert der Großen. Mit ihren Erfolgen begründete sie den Ruf Allings als Handballdorf weit über die Grenzen Bayerns hinaus.

Ab 1962 übernahm Max Altmann die Leitung des Vereins. Unter seiner 16 Jahre währenden Amtszeit entwickelte sich der TSV Alling beständig weiter. Der neue Sportplatz an der Antonistraße und das frisch renovierte Vereinsheim wurden im September 1969 eingeweiht und gleichzeitig das 40-jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Der Präsident des Bayerischen Landessportverbandes, Rudi Sedlmayer kam nach Alling und überbrachte seine Grüße und seine Anerkennung über den großen Einsatz des Vereins und seiner Mitglieder bei der Baumaßnahme.

Die Umstellung vom Feldhandball auf Halle und Kleinfeld erforderte eine Anpassung des TSV Alling an ein verändertes Umfeld. 1972 wurde eine Fußballabteilung gegründet. Die 1. Fußballmannschaft schaffte bereits 1977 den Aufstieg in die B-Klasse und 1983 den Aufstieg in die A-Klasse.

Ein weiterer Meilenstein der Entwicklung des TSV Alling zum Großverein war die Einweihung der gemeindlichen Mehrzweckhalle im Jahr 1977. Damit hatte der Verein eine optimale Sportstätte für Hallenhandball, Gymnastik, Freizeitsport und Tischtennis. Auch eine Tennisabteilung entstand in dieser Zeit, die ihre erste Heimat auf dem Hartspielplatz neben der Schule hatte. Die Mitgliederzahlen des TSV Alling lagen bis 1970 immer zwischen 100 und 150. Sie entwickelten sich danach rasant nach oben. Schon 1979 im Jahr des 50-jährigen Jubiläums wurde die Grenze von 600 Mitgliedern durchbrochen.

Mit einem großen Festprogramm wurde im Juli 1979 das Jubiläum 50 Jahre TSV Alling gefeiert. Die sechs Abteilungen des Vereins zeigten vor allem ihr sportliches Angebot.

Die Entwicklung des TSV Alling aber ging weiter: 1980 wurden die vier neuen Tennisplätze am Steinlacher Weg eingeweiht und vier Jahre später die neue Sportanlage. Zwei Fußballplätze, ein Kleinfeldplatz, zwei Sommerstockbahnen und ein Trimmpfad wurden von der Gemeinde erstellt. Der TSV Alling ergänzte die Anlage durch ein Umkleidegebäude.

Auch die sportlichen Erfolge stellten sich ein: Die Fußballmannschaft gewann mehrfach den Sparkassencup und stieg 1990 erstmals in die Bezirksliga auf. Ein Höhepunkt in diesem Jahr war zweifellos ein Gastspiel des frischgebackenen Deutschen Meisters FC Bayern München in Alling: Fünf Minuten vor Schluß führte der TSV Alling 5 : 3 vor über 1000 begeisterten Zuschauern, mußte dann aber noch den 5 : 5 Ausgleich zulassen.

Eine Laufgruppe wurde gegründet, die bei Marathonläufen und im Triathlon viele Erfolge erzielte. Auch die neue „Trendsportart“ Nordic Walking fasste in der Laufabteilung schnell Fuß. Die Mitgliederzahl stieg sprunghaft auf über 60 Mitglieder an. Darüber hinaus wurden Nordic Walking Kurse für interessierte Allinger angeboten und durchgeführt. Ein Höhepunkt und ein unvergessliches Erlebnis für alle Teilnehmer, aber auch eine gewaltige Herausforderung für die Laufabteilung LTA war der Staffellauf 2009 von Alling nach Lannach zum 10 jährigen Bestehen der Partnerschaft der Gemeinden Alling und Lannach. Es mussten 512 Kilometer mit insgesamt 7600 Höhenmetern zurückgelegt werden. Die Strecke teilten sich Nordic Walker und Jogger. Es liefen immer  mindestens ein Allinger und ein Lannacher Läufer zusammen. Gelaufen wurde Tag und Nacht, so dass Lannach in knapp drei Tagen, wie geplant erreicht wurde. Die Feierlichkeiten zum Start in Alling und nach dem Zieleinlauf in Lannach waren grandios und sorgten bei allen Teilnehmern für ein
unbeschreibliches, eindruckvolles „Gänsehaut-Gefühl“.

Heute bietet der TSV Alling mit seinen über 1000 Mitgliedern eine breite Palette an sportlicher Betätigung an: Fußball, Handball, Gymnastik, Ballett, Trampolinturnen, Tennis, Badminton, Lauf/Triathlon, Stockschießen und Wandern in zehn Abteilungen, die alle ehrenamtlich mit großem Engagement geführt werden. Das Ziel des TSV Alling ist ein breit gefächertes sportliches Angebot in hoher Qualität, insbesondere auch für Kinder und Jugendliche: Alle Trainings- und Übungseinheiten werden durch ausgebildete Übungsleiter abgehalten.